Gardelegen l Er war der Schwarm vieler Frauen und auch einiger Männer. Und er versteht es noch immer, Menschen in seinen Bann zu ziehen - auch wenn Walter Plathe heute nicht mehr wirkt wie ein jugendlicher Draufgänger, sondern eher wie der gemütliche Nachbar, mit dem man gern mal ein Bierchen zischt.

Von sich selbst sagt der Berliner: "Ich habe nichts ausgelassen". So heißt auch seine Autobiografie, aus der er am Sonntag, 10. November, im Gardelegener Schützenhaus liest. Zu dieser Stadt hat der inzwischen 68-jährige Mime und Entertainer ohnehin eine besondere Beziehung. Zuweilen ist er dort schon heimlich auf den Friedhof gestiefelt, um am Grab von Otto Reutter, dem er so viel zu verdanken hat, einen Strauß Blumen abzulegen.

Nicht nur, dass Plathes Mutter einst von deren Vater, der ebenfalls Musiker war, an den großen Humoristen als Pianistin "ausgeliehen" wurde. Der kleine Walter kam dadurch auch schon früh mit den witzigen Couplets des gebürtigen Gardelegeners in Berührung.

Besondere Beziehung zur Altmark-Stadt

Später strickte er daraus ein abendfüllendes Programm, mit dem er auch nach Jahrzehnten noch große Erfolge feiert. Reutter-Reime sind eben zeitlos. Erst recht, wenn sie von einem Könner wie Walter Plathe vorgetragen werden. Er hat die Kunstform zur Meisterschaft geführt.

Doch diesmal ist nicht sie es, die ihn ins Gardelegener Schützenhaus bringt, sondern eben die Präsentation seiner 2017 veröffentlichten Autobiografie. Darin erstaunt Plathe unter anderem mit der Info, dass er nicht nur dem weiblichen Geschlecht zugeneigt ist.

Schon seit einiger Zeit ist der Vater eines längst erwachsenen Sohnes aber mit seiner Kollegin Maria Mallé (die Claire Waldorff aus dem Berlin-Film "Claire Berolina") liiert, mit der er auch schon in mehreren Produktionen des Theaters am Kurfürstendamm brilliert hat. Gerade hat Walter Plathe sein 50-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert - und aus diesem Anlass auch den BZ-Kulturpreis erhalten. In seiner Heimatstadt wird er längst als Volksschauspieler gesehen.

Wer ihm in Gardelegen zuhören will - die Lesung beginnt 15 Uhr -, erhält seine Karte (15 Euro) in der Tourist-Info, Telefon 03907/422 66, oder direkt im Schützenhaus.