Straftaten

Täter setzen Feuerwehr außer Gefecht

Empörung im Huy: Erneut sind Langfinger bei einer dortigen Feuerwehr eingestiegen. Die Kameraden aus Röderhof sind nun bis auf weiteres nicht mehr einsatzfähig.

Von Dennis Lotzmann
Nicht zum ersten Mal sind Langfinger im Huy bei der Feuerwehr eingestiegen: Anfang 2017 konnte die Polizei Geräte der Schlanstedter Feuerwehr  in Pabstorf sicherstellen und den Kameraden zurückgeben: Hier Polizeisprecher Uwe Becker, Gerätewart  Sven Kosinski und Ortswehrleiter  Volker Leimberg (v. l. n. r.). Eine komplett orangefarbene Stihl-Kettensäge (Foto) wurde jetzt in Röderhof gestohlen.
Nicht zum ersten Mal sind Langfinger im Huy bei der Feuerwehr eingestiegen: Anfang 2017 konnte die Polizei Geräte der Schlanstedter Feuerwehr in Pabstorf sicherstellen und den Kameraden zurückgeben: Hier Polizeisprecher Uwe Becker, Gerätewart Sven Kosinski und Ortswehrleiter Volker Leimberg (v. l. n. r.). Eine komplett orangefarbene Stihl-Kettensäge (Foto) wurde jetzt in Röderhof gestohlen. Foto: Uwe Raugust/Polizei

Dingelstedt/Röderhof - Bodo Fuckert, seines Zeichens Gemeindewehrleiter im Huy, ist eigentlich ein Gemütsmensch. Es braucht einiges, um den 63-Jährigen aus der Reserve zu locken. Bislang unbekannten Langfingern ist das jedoch gelungen: Nachdem der oder die Täter ins Gerätehaus der Feuerwehr in Röderhof eingestiegen sind und für Einsätze zwingend erforderliche Technik entwendet haben, war Fuckert am gestrigen Donnerstag sprichwörtlich auf 180. „Es ist ja nicht nur so, dass unseren Kameraden damit das Handwerkszeug gestohlen worden ist – damit wird zugleich die Sicherheit von Tausenden Menschen im Huy und der Umgebung gefährdet.“

Die Täter hatten aus dem Röderhofer Gerätehaus nach ersten Erkenntnissen vier Digital-Funkgeräte, ein Notstromaggregat, eine Stihl-Kettensäge sowie tragbare Lampen, ein Fahrzeug-Ladegerät, eine Kübelspritze und einen Warnkelle gestohlen. Die Polizei hatte den am Dienstag bemerkten Einbruch zunächst in Dingelstedt verortet.

Täter entwenden einsatzrelevante Technik

Fuckert kann nur mit dem Kopf schütteln und seine Empörung verdeutlichen: „Damit setzen die Täter die Feuerwehr faktisch außer Gefecht – ohne Funkgeräte kann man heute keinen Einsatz mehr führen.“ Und die Geräte, Stückpreis um die 1000 Euro, seien auch keineswegs einfach nachzuordern. „Sie müssen bestellt, angemeldet sowie zugelassen und schließlich ins Netz eingebunden werden.“ Das Notstromaggregat sei wiederum zwingend nötig, um nachts Lampen zu speisen oder bei Bedarf einen Trennschleifer. „Ich bin einfach nur entsetzt. Auch über die Sinnlosigkeit – was will man privat mit einer Kübelspritze oder einer Warnkelle?“

Entsetzt ist Fuckert auch, weil es längst nicht der erste Einbruch bei Feuerwehren sei. Im Frühjahr seien die Kameraden in Schlanstedt zum Ziel von Langfingern geworden. Das Diebesgut damals sei fast identisch gewesen, was Parallelen, womöglich auch hinsichtlich der Täter, vermuten lasse.

2017 in Schlanstedt Rettungstechnik gestohlen

Und die Schlanstedter wurden auch 2017 schon mal bestohlen. Damals verschwanden bei einem Bruch zwei Kettensägen sowie Hydraulikschere und –spreizer. Die Polizei kam seinerzeit dank eines findigen Landwirts, der ebenfalls bestohlen worden war, seine Technik aber mit Sender versehen hatte, den Tätern auf die Spur. Die informierte Polizei griff daraufhin bei den mutmaßlichen Tätern zu, wurde tatsächlich fündig – und wenig später konnten die Kameraden ihre Technik wieder auf den Fahrzeugen einsortieren.

Das damals entstandene Foto – siehe oben – hat mit Blick auf den aktuellen Bruch Parallelen: Die jetzt in Röderhof entwendete Motor-Kettensäge der Marke Stihl hat nach Fuckerts Worten ebenso wie die beiden abgebildeten Exemplare eine heute eher untypische komplett orangefarbene Gehäusehülle. Ein Detail, das eine Weiterveräußerung im Zuge von denkbarer Beschaffungskriminalität womöglich erschweren könnte.

Wehrleiter und Kameraden hoffen auf Zeugenhinweise

Letztlich hoffen Gemeindewehrleiter Fuckert sowie die 14 Kameraden der Röderhofer Wehr nun auf Zeugenhinweise und im besten Falle darauf, dass die skrupellosen Langfinger ermittelt und das Diebesgut sichergestellt werden können. Wobei der genaue Tatzeitpunkt nicht exakt eingegrenzt werden könne, so Fuckert. Klar sei nur, dass spielende Kinder am Dienstag das offenstehende Fenster im Gerätehaus entdeckt und Alarm geschlagen hätten. Die Auswirkungen auf die Wehr und die Huy-Ortsteile Röderhof, Dingelstedt und Eilenstedt seien prekär. „Allein in Röderhof und Dingelstedt haben wir zwei Pflegeheime, hinzu kommen die Landwirtschaft, die Huyburg, der Wald. Da kann schnell was passieren – und unsere Feuerwehr ist faktisch außer Gefecht gesetzt.“

Bodo 
Fuckert
Bodo Fuckert
Foto: Feuerwehr