Polizei

Betrüger am Telefon: Zwei Seniorinnen aus dem Salzlandkreis reagieren richtig

Wieder wollen sogenannte Enkeltrick-Betrüger an das Geld von Senioren. Doch diesmal hatten sie bei zwei Fällen im Salzlandkreis keine Chance.

Zwei Seniorinnen aus Egeln und Güsten reagierten bei Anrufen von sogenannten Enkeltrick-Betrügern instinktiv richtig. 
Zwei Seniorinnen aus Egeln und Güsten reagierten bei Anrufen von sogenannten Enkeltrick-Betrügern instinktiv richtig.  Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Egeln/Güsten (vs) - Sie versuchen es immer wieder, doch am Mittwoch (30. Juni) und Donnerstag (1. Juli) hatten Telefonbetrüger in Egeln und Güsten keinen Erfolg. Zwei Seniorinnen reagierten bei versuchten Enkeltricks instinktiv richtig, berichtet die Polizei des Salzlandkreises

Am Mittwochnachmittag klingelte das Telefon zunächst bei einer 80-jährigen Frau in Egeln. Eine unbekannte Anruferin gab sich gegenüber der Seniorin als Enkelin aus und bat direkt um eine größere Menge Bargeld, teilt die Polizei mit. Als Grund für die schnelle finanzielle Hilfe wurde ein vermeintlicher Unfall angegeben. Die Rentnerin erklärte dann, zunächst noch andere informieren zu wollen. Da war das Gespräch abrupt zu Ende, die Anruferin hatte aufgelegt. 

Einen Tag später meldete sich ein angeblicher Enkel am Telefon einer 95-jährigen Frau aus Güsten. Er benötige 10.000 Euro für die Haftentlassung nach einem Unfall. Das versetzte die Seniorin so in Aufregung, dass sie diesmal das Gespräch beendete. Als sich der angebliche Enkel nicht noch einmal meldete, informierte sie die Polizei.

Die Beamten erläuterten der Frau die betrügerischen Absichten des Anrufers und erstatteten eine Strafanzeige. "In beiden Fällen haben die angerufenen Opfer richtig gehandelt", heißt es abschließend im Bericht der Polizei.

Folgenden Hinweise gibt die Polizei, wenn vermeintliche Angehörige anrufen und dann schnell Geld verlangen: 

"Die Polizei und die Verbraucherschutzzentralen empfehlen solchen finanziellen Forderungen nicht zu entsprechen. Die Betrüger lassen sich fast täglich neue Varianten einfallen, um an ihr Erspartes zu gelangen. Im vorliegenden Fall könnte es sich um eine Kombination aus dem Schockanruf und eine etwas abgeänderte Variante des schon bekannten Enkeltricks handeln. Daher nochmal der Hinweis, informieren sie mindestens einen Vertrauten ihrer Wahl über solche Telefonate und besprechen ein weiteres Vorgehen. Weiterführende Information zu aktuellen Betrugsmaschen erhalten sie bei den Verbraucherschutzzentralen oder ihrer Polizei.

Im Zweifelsfall heißt es also lieber Jemanden fragen, bevor man Opfer eines solchen Betruges wird. Ist man bereits Opfer geworden, scheuen sie sich nicht eine Strafanzeige aufzugeben, nur so können die Behörden auch eine Strafverfolgung realisieren und weitere Ermittlungen einleiten. Die traurige Wahrheit ist allerdings auch, dass vermehrt Opfer wiederholt oder durch gleichgelagerte Sachverhalte um ihre Ersparnisse gebracht werden. Es handelt sich um einen gut organisierten Kriminalitätszweig welcher überwiegend über Callcenter aus dem Ausland geführt und organisiert wird."