Osterwohle/Wistedt l Die Bohrschlammgrube der Sonde Peckensen 154 auf einem Acker zwischen Osterwohle und Wistedt sieht momentan aus wie eine Großbaustelle. Die bereits vor 1990 an die damaligen Bewirtschafter zurückgegebene und wieder urbar gemachte Fläche mit der Altlast im Untergrund wird momentan saniert. Rund 3000 Tonnen Bohrschlamm werden entfernt und durch unbelasteten Boden ausgetauscht, informiert die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) auf Anfrage der Volksstimme.

Die Arbeiten werden von Umweltaktivisten wie der Bürgerinitiative (BI) Saubere Umwelt & Energie Altmark und dem Bauingenieur für Wasserwirtschaft, Frank Ebeling, kritisch beobachtet.

Die BI wollte von der LAF wissen, ob es Grundwasseruntersuchungen gibt. Auf Anfrage der Volksstimme antworte die LAF: „Das Grundwasser wurde an vier Messstellen untersucht und die Ergebnisse bei der Ableitung erforderlicher Maßnahmen berücksichtigt.“ Im Sanierungsbereich ist der Geringfügigkeitschwellenwert für Chlorid nicht eingehalten worden. Er liegt bei 250 Milligramm pro Liter. „Dort wird aber momentan sämtliches kontaminiertes Material entfernt“, erklärt der Geschäftsführer der LAF, Jürgen Stadelmann, auf Nachfrage.

Keine toxischen Wirkungen

Im Umfeld gebe es trotz einer festgestellten Erhöhung der Stoffgehalte keine relevanten ökotoxischen Wirkungen. Dabei werden die so genannten regionalen Hintergrundwerte als Vergleich herangezogen. Heißt: Der Mindestwert von 250 Milligramm pro Liter wird an den jeweiligen Messpunkten nicht überschritten. Die Anforderungen der Trinkwasserverordnung würden eingehalten. „Es sind keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich“, erklärt Stadelmann. Die Ergebnisse der Grundwasserbeprobungen seien bei Interesse bei der LAF einzusehen.

Zudem stand die Frage im Raum, mit welchem Boden die Grube verfüllt und was derzeit auf dem Gelände gelagert wird. Bislang werde dort der Bohrschlamm als Vorbereitung für den Abtransport zu einer Spezialdeponie in Bardowick bei Lüneburg mit Kalk vermischt. Die Verfüllung der entstandenen Gruben erfolge anschließend mit „sauberem Boden entsprechend bodenschutzrechtlicher Vorgaben“, heißt es von der LAF.

Ökologisches Großprojekt

Kritisch gesehen wird, warum die Untersuchungen im Vorfeld der Sanierung zwei Jahre gedauert haben. Dazu die LAF: Innerhalb einer „Bearbeitungssystematik von Altlasten“ seien zunächst orientierende und dann detaillierte Erkundungen vorgenommen worden. Auf deren Grundlage wurde entschieden, ob eine Bodensanierung erforderlich ist oder nicht. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Rückbau des Erdgasfeldes Altmark – ein ökologisches Großprojekt, mit einem Umfang von etwa neun Millionen Euro im Jahr – Vorrang hat“, informiert die LAF. Zusätzliche Vorhaben können nur unter „Berücksichtigung von Relevanz und den verfügbaren Kapazitäten in den laufenden Rückbau eingeordnet werden“.