Berlin (dpa) - Der Deutsche Filmpreis soll im nächsten Jahr nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern erst im Herbst verliehen werden. Die Deutsche Filmakademie begründet die Verschiebung mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. "Die Kinos mussten erneut schließen, Filmstarts verschoben und Produktionen unterbrochen werden", teilte Akademiepräsident Ulrich Matthes am Mittwoch mit.

"Die Pandemie hat unsere Branche stark erschüttert", sagte Schauspieler Matthes laut Mitteilung. Mit der Verlegung auf den 1. Oktober wollten sie mehr Flexibilität für Verleiher und Produzenten schaffen. "Und natürlich hoffen wir auf Fortschritte in der Wissenschaft", teilte Matthes in Berlin mit.

Der Deutsche Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung in der Branche. Die rund 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie stimmen über viele Gewinner ab. Die Preise sind mit insgesamt rund drei Millionen Euro für neue Projekte dotiert, das Geld kommt aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

In diesem Jahr waren die Lolas in einer TV-Sendung verliehen worden - die in Berlin geplante Gala fiel wegen der Ausbreitung des Coronavirus aus. Das Drama "Systemsprenger" gewann gleich acht Auszeichnungen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Wie die nächste Verleihung aussieht, ist noch unklar. Produzent Nico Hofmann übernimmt die künstlerische Gestaltung.

Damit Filme für die Auszeichnung infrage kommen, müssen sie im Kino laufen. In diesem Jahr hatte die Corona-Pandemie aber die Pläne vieler Verleiher durcheinander gebracht. Immer wieder wurden Kinostarts verschoben, weil Filmtheater geschlossen waren oder weniger Sitzplätze in den Sälen besetzt werden konnten.

Seit einigen Tagen sind Kinos bundesweit wieder dicht. Das öffentliche Leben soll bis Ende November heruntergefahren werden, so müssen beispielsweise auch Restaurants und Theater geschlossen bleiben. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass die Intensivstationen der Kliniken überlastet werden.

Nicht nur der Deutsche Filmpreis, auch der Europäische Filmpreis wird diesmal in anderem Rahmen verliehen. Eigentlich war eine große Verleihung in Island geplant - die Veranstaltung wurde allerdings abgesagt. Stattdessen ist eine digitale Verleihung geplant. Die Preisträger sollen nun - über mehrere Abende verteilt - im Dezember bekanntgegeben werden, wie die Veranstalter mitteilten.

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