Paris (dpa) – Nach mehreren Jahrhunderten ist erstmals die Riesenhand der berühmten Kolossalstatue von Konstantin dem Großen wieder mit Finger zu sehen.

Unter dem Titel "Ein italienischer Traum. Die Sammlung des Marquis Campana" hat der Louvre die größte Privatsammlung des 19. Jahrhunderts vereint - und den höchstwahrscheinlich 1584 abgetrennten Finger mit der Hand des römischen Kaisers. 

Bis zum 18. Februar werden mehr als 500 Werke aus der legendären Sammlung des Geschäftsmanns Ciampietro Campana (1808-1880) gezeigt, die einst über 12 000 Objekte zählte. Zu sehen sind italienische Maler des 14. und 15. Jahrhunderts, Kunst der Renaissance, Skulpturen und Keramiken.

Man habe die bedeutendsten Objekte aus der Sammlung zusammengeführt, sagte die Co-Kuratorin Françoise Gaultier. Und dazu gehört die Hand Konstantins. Sie ist eine Leihgabe der Kapitolinischen Museen in Rom, die auch die restlichen Fragmente der kolossalen Kaiserstatue aufbewahrt.

Den Finger hatte der Louvre erst vor wenigen Monaten entdeckt. Er befand sich zwar seit 1863 in seinen Sammlungen, als Fragment des Kaisers hat ihn der Louvre jedoch erst im Rahmen einer Forschungsarbeit über Schweißtechniken großer antiker Bronzeskulpturen identifiziert.

Die Exponate sind vor allem Leihgaben der Eremitage in Sankt Petersburg und der Kapitolinischen Museen, wo die Werkschau im Anschluss zu sehen sein wird. 

Campana war Direktor der staatlichen Pfandleihanstalt Monte di Pietà in Rom. Wegen Veruntreuung wurde er 1858 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Seine Sammlung wurde vom Kirchenstaat konfisziert und verkauft. Neben Russland und Großbritannien erwarb Frankreich mit über 10 000 Objekten den Großteil der legendären Sammlung.

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