Köln (dpa) - Nach dem Fund von Überresten der ältesten nachweisbaren Bibliothek Deutschlands mitten in der Kölner Innenstadt soll die Öffentlichkeit diese bald zu sehen bekommen.

In der Antoniterkirche sollen die Funde ausgestellt und mit digitalen Mitteln ein möglichst gutes Bild von der alten römischen Bibliothek vermittelt werden, wie die Evangelische Gemeinde in Köln am Freitag mitteilte.

Der "archäologische Sechser im Lotto", wie Pfarrer Markus Herzberg die Ausgrabung bezeichnete, hatte vor rund einem Jahr international für Schlagzeilen gesorgt. Für eine angemessene Aufbereitung fehlte jedoch bislang das Geld. Auch bei einem solchen Fund zahlten nicht automatisch Bund, Land oder ein Museum. Die Gemeinde hat daher eine Spendenaktion gestartet. Wann die Bibliothek für die Öffentlichkeit zu sehen sein wird, hänge davon ab, wie gut die Aktion laufe, sagte eine Gemeindesprecherin.

Die älteste römische Bibliothek nördlich der Alpen soll im 2. Jahrhundert nach Christus im römischen Köln errichtet worden sein. Archäologen waren bei Bauarbeiten für ein neues Kirchenzentrum überraschend auf die massiven Mauerreste gestoßen. "Wir wussten direkt: Es ist sehr gut erhalten und birgt viele Rätsel", sagte der Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Marcus Trier.

AntoniterQuartier