Budapest (dpa) - Der ungarische Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz ist am Freitag in Budapest beigesetzt worden. Der Schriftsteller und Holocaust-Überlebende war am 31. März in Budapest mit 86 gestorben.

Mit seinem monumentalen Werk Roman eines Schicksallosen setzte Kertesz neue Maßstäbe für jene Literatur, die sich mit der Schoah und mit totalitären Herrschaftssystemen insgesamt auseinandersetzt. 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis.

Hunderte erwiesen Kertesz die letzte Ehre. Anwesend waren auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Die Grabreden hielten die Schriftsteller Peter Esterhazy und György Spiro. Er war ein großer ungarischer Schriftsteller, auch wenn sein Verhältnis zur Nation - gelinde gesagt - der Dramen nicht entbehrte, kein rosiges war, sagte Esterhazy. 

Kertesz blieb in seiner Heimat lange Zeit die Anerkennung versagt. In den 2000er-Jahren lebte er längere Zeit in Berlin.