Stockholm (dpa) - Die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück ist in Stockholm für ihre Ausnahmewerke gewürdigt worden.

Anders Olsson von der für den literarischen Preis zuständigen Schwedischen Akademie stellte Glücks poetische Arbeit am Donnerstag auf einer feierlichen Online-Zeremonie zu Ehren der Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaftswissenschaften vor.

Die normalerweise sehr prunkvolle Preiszeremonie fand wegen der Coronavirus-Pandemie diesmal in deutlich kleinerem Rahmen ohne Preisträger vor Ort statt, das anschließende Bankett wurde bereits vor längerem abgesagt.

Ihre Nobelmedaille und -urkunde hatte Glück bereits am Sonntag bei sich zu Hause in Boston in Empfang genommen, wie Aufnahmen während der Zeremonie zeigten.

Ihre Nobelvorlesung hatte sie am Montag schriftlich gehalten. "Ich glaube, dass die Schwedische Akademie mit meiner Auszeichnung die intime, private Stimme ehrt, die durch öffentliche Äußerungen manchmal verstärkt oder erweitert, aber niemals ersetzt werden kann", schrieb die 77 Jahre alte Poetin darin. Sie selbst habe sich immer zu einsamen menschlichen Stimmen in der Lyrik hingezogen gefühlt, etwa zu William Blakes "The Little Black Boy" und "I'm nobody! Who are you?" von Emily Dickinson.

Die Schwedische Akademie hatte Anfang Oktober bekanntgegeben, dass der Literaturnobelpreis in diesem Jahr an die zurückhaltende US-Poetin geht. Sie wurde "für ihre unverkennbare poetische Stimme" ausgezeichnet, mit der sie "mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell" mache.

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