Frankfurt/Main (dpa) - Michel Houellebecq fühlt sich von den Medien in Deutschland deutlich besser behandelt als zu Hause in Frankreich.

Eine genaue Antwort habe er nicht darauf, sagte der umstrittene Autor ("Unterwerfung") am Mittwochabend vor rund 800 Besuchern im Schauspiel Frankfurt. In Deutschland habe man wohl früh erkannt, dass er ein ganz friedlicher Charakter sei.

Houellebecq ist der prominenteste Autor, den Frankreich mit rund 130 anderen zur Frankfurter Buchmesse geschickt hat. Deutschlands großer Nachbar ist Ehrengast der bis Sonntag dauernden weltweit größten Bücherschau.

In seinem Buch "Unterwerfung", das zurzeit für die ARD verfilmt wird und 2018 im Ersten zu sehen sein soll, beschreibt Houellebecq, wie im Frankreich der nahen Zukunft ein charismatischer muslimischer Politiker Staatspräsident wird und das Patriarchat und die Polygamie einführt.

Das in Frankreich heftig debattierte Buch erschien im Januar 2015 - am selben Tag, an dem beim islamistischen Terroranschlag auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" zwölf Menschen starben.

Das gebeutelte Frankreich werde unter seinem neuen Präsidenten Emmanuel Macron wieder zum "Nationalstolz" zurückfinden, sagte Houellebecq voraus. Man werde wieder das "arrogante" Volk von früher, fügte er ironisch hinzu. Die Zeit der "Selbstgeißelung" sei aber noch nicht vorbei.

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