Berlin (dpa) - Einen Blick in eine scheinbar ganz andere Welt vermittelt der schwedische Schriftsteller Niklas Natt och Dag in seinem Roman "1793". Die Geschichte beginnt erst einmal mit einer Krimihandlung. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wird in Stockholm eine grausam verstümmelte Leiche gefunden.

Den Fall aufklären sollen zwei Männer, die in vieler Hinsicht Kinder ihrer Zeit sind. Der eine leidet körperlich und geistig an seinem Einsatz in Krieg, und der andere stirbt langsam an Tuberkulose. Im Verlauf ihrer Untersuchungen kommen sie mit den verschiedenen Teilen der Stadt und ihrer Bevölkerung in Kontakt, so dass nach und nach ein überzeugendes Porträt der Zeit und ihrer Lebensrealität entsteht. Dabei stoßen sie auf nur wenig Erfreuliches.

"1793" erweitert den Blickwinkel über die Krimihandlung hinaus und erzählt die Geschichten zweier junger Menschen, die in einer brutalen, schmutzigen und zutiefst deprimierenden Welt nach dem Glück suchen. Der Roman verlangt seinen Lesern einiges ab, bietet aber dafür auch ein ungewöhnliches Leseerlebnis.

Niklas Natt och Dag: 1793. Piper Verlag, München, 495 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-492-06131-5

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1793