Berlin (dpa) - Lewis H. Hine (1874-1940) war einer der großen amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Mit Hilfe seiner Kamera wollte er nicht nur Augenblicke festhalten, sondern durch die Auswahl seiner Motive eine soziale Realität darstellen, zu deren Verbesserung er beitragen wollte.

Peter Walther hat nun unter dem Titel "America at Work" einen repräsentativen Überblick über Hines Lebenswerk zusammengestellt. Der Titel ist passend gewählt, denn die Arbeitswelt in den Fabriken des frühen 20. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der meisten seiner Bilder.

Ganz besonders galt sein Interesse den vielen Kindern, die oft unter unsäglichen Umständen in den Fabriken arbeiten mussten. Ähnlich wie Walker Evans, dessen Fotos des ländlichen Amerika der Depressionszeit symbolhaft eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise einfingen, zeigt Hine in seinen Aufnahmen die ungeschönte Realität einer Arbeitswelt, die den Menschen kaum mehr als das Allernötigste zum Leben übrig ließ. "America at Work" ist ein spannender Beitrag zur amerikanischen Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts.

- Peter Walther: Lewis W. Hine - America at Work. Taschen Verlag, Köln, 537 Seiten, 15,00 Euro, ISBN 978-3-8365-7234-7.