Berlin (dpa) - Zuerst nahm er sich die Olympischen Götter mit ihren Liebeleien, Intrigen und Ränken vor. Nun hat der britische Comedian und Schriftsteller Stephen Fry auch die Abenteuer der menschlichen Helden und Halbgötter aus dem alten Griechenland neu erzählt.

Nach dem Erfolg von "Mythos" legte der Tausendsassa 2018 in seiner Heimat mit "Heroes" seine Fortsetzung über die antike Sagenwelt vor, die jüngst unter dem Titel "Helden" endlich auch auf Deutsch erschien. Das Buch erzählt die Abenteuer von so bekannten Recken wie Perseus, Jason und den Argonauten, Theseus und dem unglücklichen Orpheus in der Unterwelt. Und freilich auch von Herakles, der die vielköpfige Hydra töten, den Kretischen Stier bändigen und zehn weitere schier unmenschliche Aufgaben meistern muss.

Doch warum sollte man die alten Sagen in neuem Gewand lesen? Weil Fry nicht nur die Überlieferungen von Apollodor, Euripides, Aischylos, Sophokles oder Ovid neu auflegt, sondern weil er dabei seinen Figuren so manch charmante, sprachliche Augenzwinkerei mit auf den Weg gibt. Da beendet etwa Theseus die "wenig überraschende Identitätsstörung" des Stier-Mensch-Doppelwesens Minotaurus. Und Herakles lernt als Sklave bei Omphale "die Freuden des Crossdressings kennen".

So schlitzohrig wurden die Triumphe und Niederlagen der alten Heroen nur selten erzählt.

- Stephen Fry: Helden. Die klassischen Sagen der Antike neu erzählt, Aufbau Verlag, Berlin, 461 Seiten, 26,00 Euro, 978-3-351-03481-8.

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