Berlin (dpa) - Jahrtausende alt sind die Menschheitsmythen bei Susanne Röckel: Herakles, Apoll und Daphne, die Sirenen. Modern aber ist die Wirklichkeit, mit der die Münchner Autorin in ihrem neuen Buch "Kentauren im Stadtpark" die griechischen Sagen verwebt.

"Gehören Mythen nicht gerade zu dem Festgelegten, Besiegelten, Erstarrten", fragt sie im Vorwort, bevor die Protagonisten der drei folgenden Erzählungen mit den Motiven aus der Antike im Heute konfrontiert werden. Das ist etwa Tabea, die ihrem Filou-Ehemann heimlich das Hemd einer früheren Vergewaltigung unterjubelt. Die Erzählung heißt "Das Geschenk des Nessos". Dieses vergiftete Kleidungsstück des gleichnamigen Kentauren brachte einst den antiken Helden Herakles zur Strecke. Bei Röckel reicht die unheimliche Kraft des Mythos bis in die Geschichte von Tabea.

Archaisch sind die Bilder, welche die Autorin in ihren Texten hervorruft. Dabei entstehen aber keine Traumwelten, in denen die Grenzen der Wirklichkeit verschwimmen. Der Mythos gilt vielmehr als Wegweiser, wie die Münchnerin schreibt, "auf dem Weg zu jenem Anderen der Realität, genannt Literatur".

- Susanne Röckel: Kentauren im Stadtpark, Jung und Jung, Salzburg, 224 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978-3-99027-235-0.

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