Berlin (dpa) - Los Angeles ist ein hartes Pflaster. Gerade für einen schwarzen Jugendlichen wie East, den Helden des bereits mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneten Romandebüts "Dodgers" von US-Autor Bill Beverly.

Jetzt liegt das Buch, das zugleich Coming-of-Age-Roman, Gangsterposse und Milieuskizze ist, auf Deutsch vor. Darin verrichtet der 15-jährige Junge für seinen Gangsterboss kleine Aufgaben - ganz nach dem Vorbild der "corner boys" in der US-Erfolgsserie "The Wire". Doch eines Tages wird East mit drei anderen - darunter sein jüngerer, aber gewalttätiger Bruder Ty - für einen Mord 3000 Kilometer quer durch die USA nach Wisconsin geschickt.

Auf dem Roadtrip entwickelt sich zwischen den Jungs eine Gemengelage aus freundschaftlicher Nähe und familiärem Zwist, aus eigenen Ängsten und einer Hoffnung auf die Zukunft. Dabei durchkreuzen sie das ländliche Amerika, dessen Einwohner argwöhnisch auf ein Auto mit vier schwarzen jungen Insassen blickt - aber selbst auch nicht ganz koscher ist.

Über die Szenerie legt der 1965 in Michigan geborene Autor eine intensive, aber klare Sprache, bei der man auf Deutsch nur annähernd erahnen mag, mit welch jugendlicher Wucht sie im englischen Original eigentlich daherkommt.

- Bill Beverly: Dodgers, Diogenes, 400 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 978-3-257-07037-8.