München (dpa) - Ganze drei deutsche Wörter kannte Abbas Khider, als er vor 20 Jahren als politischer Flüchtling nach Deutschland kam: Hitler, Scheiße und Lufthansa. Heute ist der gebürtige Iraker deutscher Staatsbürger und schreibt preisgekrönte Bücher ("Ohrfeige") auf Deutsch.

Bis dahin aber war es ein schwerer Kampf gegen "heimtückische Artikel, gefährliche Deklinationen und phonetische Tretminen", den er in seinem humoristischen kleinen Buch "Deutsch für alle" mit viel Selbstironie beschreibt. Daraus entstand der Wunsch, eine leichtere, bekömmlichere Sprache zu schaffen, ein "wohltemperiertes Deutsch", das für Ausländer schneller zu erlernen ist.

Khider entwickelt viele kreative Ideen: Aus drei Artikeln macht er einen, aus vier Deklinationen zwei, aus unregelmäßigen Verben kurzerhand regelmäßige. Ein Vorbild an Leichtigkeit ist für ihn dabei übrigens das Bayerische, dem er einige Personal- und Reflexivpronomen entnimmt. Ein Satz wie "I freue mi, du di aber nicht" wäre dann reinstes Hochdeutsch oder Neudeutsch auf Khider-Art.

- Abbas Khider: Deutsch für alle. Das endgültige Lehrbuch, Hanser Verlag , München, 128 Seiten, 14,00 Euro, ISBN 978-3-446-26170-9.

Deutsch für alle