Berlin (dpa) - Nach einem dubiosen Duell flüchtet der Pianist Jörg Jäger aus Montevideo nach Buenos Aires. Unter dem Namen Jorge Jega heuert er im Haus des stinkreichen Industriellen Alameda als Klavierlehrer von dessen schöner Tochter an.

Zwischen dem ärmlichen, aber ehrgeizigen Exilanten und der verwöhnten Cis entspannt sich eine romantische Liebesbeziehung, die in eine wilde Flucht über drei Länder mündet. Ein Verwandter von Cis heftet sich den Verliebten an die Fersen und versucht, durch eine infame Erpressung Nutzen aus der heiklen Situation zu ziehen.

Zugegeben, auf den ersten Blick hört sich "Für die Ewigkeit. Die Flucht von Cis und Jorge Jega" wie eine sentimentale Telenovela an. Doch in Wahrheit ist Helmut Krausser mit diesem historischen Roman ein kleines Kunstwerk gelungen. Das Buch ist nicht nur mitreißend und spannend, es lebt vor allem von zwei schillernden Charakteren, die im Verlauf der Handlung überraschende Wandlungen erfahren. Das Spiel um Erotik, Macht und Abhängigkeit nimmt ein spektakuläres, dabei durchaus unerwartetes Ende.

- Helmut Krausser: Für die Ewigkeit. Die Flucht von Cis und Jorge Jega, Berlin, 192 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-827-01204-3.

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Für die Ewigkeit

Malvita