Berlin (dpa) - Raymond Chandler ist mit seiner legendären Hauptfigur Philip Marlowe einer der Pioniere des modernen Detektivromans. "Die kleine Schwester", der fünfte seiner nur sieben Romane, liegt nun in einer neuen deutschen Übersetzung vor.

In dem 1949 veröffentlichten Buch stützt sich Chandler auf seine Erfahrungen mit der Filmindustrie von Hollywood. Die Romanhandlung beginnt damit, dass die junge Orfamay den Privatdetektiv Marlowe bittet, ihren Bruder zu finden, der seit einiger Zeit verschwunden ist. Seine Suche führt Marlowe hinter die Kulissen von Hollywood. Dort trifft er auf durch und durch kriminelle Verhältnisse, in denen gemordet und erpresst wird. Der coole und oft zynische Einzelgänger Marlowe arbeitet sich durch zahlreiche Widerstände, teilweise auch unter Gefahr für sein Leben. Letztlich kann Marlowe ein Ergebnis bieten, aber wie immer bei Chandler und den anderen Autoren der sogenannten schwarzen Serie in der amerikanischen Krimiliteratur, ist es keines, die Auftraggeber sehr glücklich macht.

Robin Detje hat die düstere Stimmung des Romans in seiner Übersetzung hervorragend eingefangen

- Raymond Chandler: Die kleine Schwester. Neu übersetzt von Robin Detje. Diogenes Verlag, Zürich, 352 Seiten, Euro 24,00, ISBN 978-3-257-07139-9.

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Die kleine Schwester