Frankfurt (Main) (dpa) - Silvia Bovenschen ist eine starke Frau, ihre Lebensgefährtin, die Malerin Sarah Schumann, ebenfalls. Ihr Kennenlernen war außergewöhnlich und profan - mit einer Schüssel Möhrensuppe. Das ist nun 40 Jahre her.

Außergewöhnlich ist diese Partnerschaft immer noch, aber keinesfalls profan. Die beiden ungleichen Frauen - Feministinnen - achten sich sehr, lieben sich sehr und lernen sich immer noch kennen. Dass Silvia dabei Sarahs Gesetze respektiert, ist nicht immer einfach. Wie jedes Zusammenleben, besonders unter Intellektuellen.

In ihrem Buch Sarahs Gesetz zieht Bovenschen daher auch kein Fazit, gibt keine Ratschläge, ja resümiert auch nicht, sondern berichtet mal nüchtern, mal eindringlich, aber stets mit einer gewissen Distanz über Gemeinsamkeit, die Ihresgleichen sucht und niemals statisch ist. Bovenschen schreibt kein Porträt ihrer Freundin und porträtiert sich dabei auch nicht selbst. Dennoch gibt das Buch, das durch Fotos und bereits veröffentlichte Texte und Reden komplettiert wird, ein sehr privates Bild zweier Frauen, die den Mut und das Geschick haben, ganz nach ihrem Gusto zu leben. Interessant aufgebaute Lektüre mit viel Nachdenkpotenzial.

- Silvia Bovenschen: Sarahs Gesetz. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 256 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-1000-2472-5.