München (dpa) - Sieben Leichen in sieben Tagen - das ist auch für hartgesottene Krimi-Fans eine Menge. Und all das an historischen Orten inmitten des idyllischen Umfelds von Istanbul.

Der Autor Ahmet Ümit lässt seinen Oberinspektor Nevzat den ersten Toten an der Statue Atatürks finden. Der Ermordete, ein Professor für Kunstgeschichte, hält eine Münze aus byzantinischer Zeit in der Hand - wie übrigens alle danach entdeckten Mordopfer auch.

Die jahrtausendealte Geschichte Istanbuls scheint zunächst die einzige Verbindung zu sein, die Nevzat zwischen den Toten herstellen kann. Bei seiner Suche nach Mördern und Hintergründen für diese Taten taucht der Leiter der Mordkommission tief in die Historie seiner Stadt ein, was für den Leser auch eine anschauliche und interessante Reise in die Vergangenheit der Stadt zwischen zwei Kontinenten bedeutet.

Ein atmosphärisch dichter Krimi, dessen Reiz in der Einbettung aktueller Kriminalität in die großartige Kultur und Geschichte des Landes liegt. Ümit, der lange Mitglied der kommunistischen Partei der Türkei war, sich später aber aus der Politik zurückzog und seitdem nur noch seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmet, ist in seiner Heimat ein populärer Autor, dessen literarische Vorlagen häufig verfilmt wurden und werden.

- Ahmet Ümit: Die Gärten von Istanbul, btb Verlag München, 736 Seiten, 12,00 Euro, ISBN 978-3-4427-1513-8.