Stuttgart (dpa) - Der französische Schriftsteller Pierre Lemaitre beherrscht das Krimigenre genauso virtuos wie den großen Gesellschaftsroman. Zu dieser zweiten Kategorie gehört "Die Farben des Feuers", eine Fortsetzung seines preisgekrönten Weltkriegsromans "Wir sehen uns dort oben". Die Handlung setzt im Jahr 1927 ein.

Nach dem Tod von Marcel Péricourt sieht sich seine einzige Tochter Madeleine an der Spitze eines mächtigen Bankimperiums. Das weckt finstere Begehrlichkeiten, zumal die junge Frau in Gelddingen gänzlich unerfahren ist. Geschwächt durch eine private Tragödie wird sie zum leichten Opfer betrügerischer Manipulationen. Doch als sie ganz unten ist, beginnt sie einen fein ausgeklügelten Rachefeldzug. Lemaitres Roman ist ein tolles Gesellschaftsporträt Frankreichs in den 30er Jahren und besticht durch außergewöhnliche Charaktere, die bis in die Nebenfiguren wie dem polnischen Kindermädchen Vladi oder der Opernsängerin Solange prachtvoll gezeichnet sind.

Pierre Lemaitre: Die Farben des Feuers, Klett-Cotta, Stuttgart, 479 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-608-96338-0

Die Liebe im Ernstfall

Die Farbe des Feuers

1793