Budapest (dpa) - Der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy (Harmonia Caelestis) thematisiert in seinem neuesten Buch A bünös (Der Schuldige) seine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Ich glaube nicht, dass das Schreiben eine Therapie wäre, aber nachdem ich seit 45 Jahren schreibe, fehlt mir vielleicht der Überblick, sagte der 65-jährige Esterhazy in einem Video-Interview, das das ungarische Web-Portal index.hu am Montag veröffentlichte.

Hauptfigur des neuen Buches, das Esterhazy zusammen mit dem Maler Miklos Szüts gestaltete, ist die Märchengestalt Bauchspeichelchen. Esterhazy stellt sie sich, wie aus einem Abschnitt hervorgeht, den er im index-Video vorliest, als einen lebenslustigen, frechen Kerl vor, wie er auf einem Historiengemälde des 17. Jahrhunderts erscheinen könnte, mit Schnurrbart (...) und nicht zuletzt einem Helden-Schwert. Der ständig Verliebte würde den Frauen nachstellen wie der Fuchs den Hühnern, und den Männern auch, (...) denn die Liebe ist blind.   

Esterhazy hatte im Oktober erstmals erwähnt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet. Damals hatte er damit eher beiläufig und selbstironisch sein Fernbleiben von der Buchmesse im schwedischen Göteborg begründet. Im index-Video, das Esterhazy abgeklärt und nahezu heiter zeigt, sagte er mit Blick auf die Krankheit: Es geht jetzt alles seinen Weg, nur wissen wir nicht, welches dieser Weg ist.  

Esterhazy wurde 2004 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Auf Deutsch erschien von ihm zuletzt der Roman Die Mantel- und Degen-Version.      

Auch der im Oktober gestorbene schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell hatte seine Krebserkrankung in einem Buch verarbeitet, der Autobiografie Treibsand.

Video-Interview mit Esterhazy, Ung.