Frankfurt/Main (dpa) - Seine autobiografischen Werke sind umfangreich und in kurzer Zeit entstanden - dennoch litt der norwegische Schriftsteller Karl-Ove Knausgård zeitweise unter Schreibblockaden.

Bevor er die sechs Bände "Sterben", "Lieben", "Spielen", "Leben", "Träumen" und zuletzt "Kämpfen" niederschrieb, habe er vier Jahre nicht schreiben können, berichtete Knausgård am Mittwoch in Frankfurt im Gespräch mit Buchmesse-Direktor Juergen Boos.

"Ich war total blockiert. Ich wollte über den Tod meines Vaters schreiben, aber ich konnte keinen Weg finden, an den ich hätte glauben können. Das war mein Full-Time-Job für vier Jahre. Können Sie sich vorstellen: Sie gehen vier Jahre lang zur Arbeit und versagen jeden Tag. Das ist schrecklich." Im Nachhinein habe er aber erkannt, dass diese Zeit nötig war. Es habe sich "etwas angesammelt". Seither wisse er: "Einen Roman zu schreiben ist einfach. Das Schwierige ist, dahin zu kommen, wo es einfach ist."

Als er schließlich mit dem Schreiben begann, sei es nur so aus ihm herausgeflossen. "Es war eine sehr intensive Zeit", berichtete er; so anstrengend, dass er plante, danach nie wieder etwas zu schreiben. Als der sechste Band fertig war, sei er "unglaublich erleichtert" gewesen. "Zwei Monate lang genoss ich das Gefühl, kein Autor mehr zu sein - dann habe ich wieder angefangen." Heute werde er von jungen Kollegen oft um Rat gefragt, sagte Knausgård. "Der einzige Rat, den ich geben kann ist: nie aufgeben."

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