Augsburg (dpa) - Im kommenden Jahr will sich das Augsburger Brechtfestival (22. Februar bis 3. März) schwerpunktmäßig um das Leben in den Großstädten kümmern. Zudem will das Festival wieder stärker mit überregional bekannten Schauspielern auf sich aufmerksam machen.

Das Festival werde sich stark an Brechts Gedichtzyklus "Aus dem Lesebuch für Städtebewohner" anlehnen, sagte der künstlerische Leiter Patrick Wengenroth am Montag bei der Vorstellung des Programms. Mit dem Titel "Brechtfestival für Städtebewohner*innen" will Wengenroth zudem einen Beitrag zur Genderdebatte in der Sprache leisten. Die feministische Schreibweise verweise darauf, dass die Festivalmacher Brecht weiterhin in Spannung zur Gegenwart sähen. Bertolt Brecht (1898-1956) wurde in Augsburg geboren und lebte in der schwäbischen Stadt bis in seine Jugendzeit.

Zu seinem dritten und letzten Brechtfestival sagte Wengenroth: "Es wird auch Fernsehstars geben." In der Vergangenheit war kritisiert worden, dass er im Unterschied zu seinem Vorgänger Joachim Lang zu wenig bekannte Schauspieler nach Augsburg hole. Für einen höheren Promifaktor soll nun insbesondere "Unendlicher Spaß" nach dem Roman von David Foster Wallace sorgen. In dem Stück, das zum Abschluss des Festivals gezeigt wird, spielen Jasna Fritzi Bauer ("Das Sacher"), Sebastian Blomberg ("Der Staat gegen Fritz Bauer") und "Tatort"-Kommissar Devid Striesow mit.

Zum Auftakt des Theaterfestes ist Brechts Berliner Ensemble mit dem Stück "Auf der Straße" zu Gast. Insgesamt elf Theaterproduktionen, sechs Literaturveranstaltungen sowie Konzerte und Workshops werden bei dem Brechtfestival vorgestellt.

Das Festival ist das letzte des Berliner Regisseurs Wengenroth, der seit 2017 für das jährliche Theaterfest zuständig war. Im Jahr 2020 soll erstmals ein Duo die Leitung des Brechtfestivals übernehmen. Die Regisseure Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, die bereits in der Vergangenheit zusammen gearbeitet haben, sollen dann das Programm verantworten.

Kühnel ist Hausregisseur am Schauspiel Hannover und Kuttner inszeniert unter anderem am Deutschen Theater in Berlin. Beide sollten zunächst einen Vertrag für ein Jahr erhalten, erklärte Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel. Ziel sei aber, dass die beiden dann ebenfalls zwei weitere Festivals konzipieren.

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