Hamburg (dpa) - Mit der Uraufführung von Michel Houellebecqs neuem Roman "Serotonin" startet das Deutsche Schauspielhaus Hamburg im September in seine neue Saison. Den provokativen Roman zur Männerdämmerung wird Falk Richter inszenieren, wie Intendantin Karin Beier am Freitag in Hamburg sagte.

Das Stück zur Krise des alternden weißen Mannes sei eines von mehreren in der kommenden Saison, das das Thema "Endzeitstimmung" aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. "Das ist sicherlich ein Stoff, der kontrovers aufgenommen werden kann. (..) Ich hoffe doch sehr, dass wir mit dieser Inszenierung Diskussionen in die Stadt bringen werden", so Beier über "Serotonin".

Die deutschsprachige Erstaufführung von "Anatomie eines Suizids" der feministischen Autorin Alice Birch nimmt den roten Faden auf und zeigt die Geschichte von drei Frauengenerationen. Und das von Intendantin Beier im Januar inszenierte Stück "Iwanow" von Anton Tschechow untersucht die Endzeitstimmung einer Gesellschaft, die von ihren inneren Utopien beraubt wurde.

Insgesamt stehen 15 Premieren auf dem Spielplan des Schauspielhauses und 5 weitere kommen auf die Bühne des Jungen Schauspielhauses. Mehr als 20 bereits bekannte Produktionen bleiben im Repertoire des Hauses. Zum Ensemble gehören auch die regelmäßigen Gäste Edgar Selge, Charly Hübner, Maria Schrader und Michael Wittenborn.

Das Theater hat in der aktuellen Spielzeit wieder viele Besucher von seinem Programm überzeugen können. Das Haus konnte sowohl die Anzahl der Besucher als auch die Einnahmen steigern. So seien die Umsätze der eigenen Inszenierungen um 17,2 Prozent im Vergleich zur vorherigen Spielzeit gestiegen. "Unsere Auslastungszahlen waren sehr gut - trotz der verkürzten Spielzeit", sagte Beier dazu. Das Haus war erst im Oktober in die Saison 2018/2019 gestartet.

Die Auslastung im Großen Hauses lag bislang bei rund 85 Prozent. Die erfolgreichsten Produktion waren die Stücke "Lazarus" und "Der goldene Handschuh" mit einer Auslastung von 98 Prozent.

In der kommenden Saison müssen Schauspielhaus-Besucher für Karten tiefer in die Tasche greifen. "Wir müssen leider nach vier Jahren die Eintrittspreise erhöhen", sagte Geschäftsführer Peter F. Raddatz. Im Schnitt steigen die Preise demnach um 7,5 Prozent. Die billigste Karte sei immer noch für fünf Euro zu haben, die teuerste sei eine Premierenkarte für 74 Euro.

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