Potsdam (dpa) l Die Geschäftsführung des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam bleibt wegen der lückenhaften Kommunikation zu dem schweren Ausbruch von Corona-Infektionen in der Klinik in der Kritik. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bezeichnete die Stimmung unter den Beschäftigten des Klinikums nach Angaben eines Sprechers als „derzeit sehr angespannt“. Besonders beklagt werde die intransparente Informationspolitik. Beschäftigte berichteten von der Angst vor Ansteckung mit Covid-19 und der Sorge wegen nicht ausreichender Schutzausrüstung.

Am Sonnabend hatte die Geschäftsführung des Klinikums nach einer nichtöffentlichen Beratung im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung erstmals Versäumnisse eingestanden. „Im Zeitraum vom 13. bis 26. März ist im Klinikum Ernst von Bergmann eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend erkannt worden“, hieß es. Die Stadt teilte zu dem Statement am Montag lediglich mit, man habe die Erklärung der Geschäftsführung zur Kenntnis genommen.

An dem größten Potsdamer Krankenhaus, das auch die Region versorgt, hatten sich die Fälle von Corona-Infizierten und von Toten gehäuft – bislang wurden dort nach Angaben der Stadt 37 Todesfälle gezählt.