Der Bumerang im Wahljahr

Es war im Jahr 2007, als sich Bund, Länder und Kommunen beim Krippengipfel mit der damaligen CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen darauf verständigten, das Betreuungsangebot für unter Dreijährige zu verdreifachen. Für die Union war dies ein Paradigmenwechsel in der Familienpolitik. Das Kifög-Gesetz trat Ende 2008 in Kraft - mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab 1. August 2013. Es waren also mindestens fünf Jahre Zeit, um Kitas zu bauen und Personal auszubilden.

Der Rechtsanspruch kommt also nicht über Nacht. Aber ganz offensichtlich ist er von den Kommunen in den alten Ländern verschlafen worden. Und ausgerechnet im Wahljahr 2013 könnte er zum Bumerang werden: Wenn tausende Eltern den Rechtsanspruch ihres Kindes auf einen Kita-Platz und Verdienstausfälle einklagen. Und die Eltern werden sich fragen, was Gesetze nützen, wenn sie schlicht nicht umgesetzt werden. Werbung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht anders aus.Politik