"Transform LEJ"

Aktionsbündnis setzt Protest gegen den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle fort

Der Protest gegen den Ausbau des Flughafens Leipzig/ Halle geht weiter. Auch am Samstag formierte sich am Standort in Schkeuditz Widerstand.

30.07.2022, 13:16
Teilnehmer einer Kundgebung versammeln sich vor dem Zugangstor des Luftfrachtunternehmens DHL am Flughafen Leipzig-Halle. Etwa 250 Umweltaktivisten protestieren gegen den geplanten Ausbau des Frachtdrehkreuzes. Foto: Sebastian Willnow/
Teilnehmer einer Kundgebung versammeln sich vor dem Zugangstor des Luftfrachtunternehmens DHL am Flughafen Leipzig-Halle. Etwa 250 Umweltaktivisten protestieren gegen den geplanten Ausbau des Frachtdrehkreuzes. Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Leipzig/dpa - Der Protest gegen den Ausbau des Flughafens Leipzig/ Halle geht weiter. Auch am Samstag formierte sich am Standort in Schkeuditz Widerstand. Wie die Sprecherin des Aktionsbündnisses «Transformation LEJ», Ronja Freitag, auf Anfrage mitteilte, reihten sich zu Beginn mindestens 250 Menschen in den Protestzug ein, darunter viele Anwohner der von Fluglärm betroffenen Region. Am Zugangstor des Luftfrachtunternehmens DHL war eine Zwischenkundgebung geplant. Die Organisatoren hatten auch «Aktionen zivilen Ungehorsams» nicht ausgeschlossen.

«Alle Regierungsparteien von Sachsen und Sachsen-Anhalt bekennen sich offiziell zur Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze. Der Flughafen Leipzig/Halle verpestet die Atmosphäre jährlich mit mehreren Millionen Tonnen CO2 und anderen Schadstoffen. Inmitten der eskalierenden Klimakrise den Flughafen auch noch auszubauen ist ein Zeichen absurder Umweltpolitik», hatte Ronja Freitag die Protest schon vor einiger Zeit begründet.

Protest am Flughafen Leipzig/ Halle: Die Pläne des Aktionsbündnis

Das Aktionsbündnis strebt an, dass der Flugverkehr schrittweise reduziert wird und gemeinsam mit den Beschäftigten ein Plan für eine Umgestaltung des Airport-Geländes entsteht. Die meisten Jobs am Flughafen böten wegen zunehmender Unsicherheiten im Zuge der Klimakrise keine Perspektive, argumentieren die Akteure von «Transformation LEJ». Das Kürzel ist der internationale Code des Flughafens Leipzig/Halle.

«Statt Steuergelder für den Ausbau zu verschwenden, sollten Betriebe und Projekte gefördert werden, die sozial und ökologisch wirtschaften», hieß es. Zugleich werden unter anderem die hohen Subventionen kritisiert. Die Mitteldeutsche Flughafen AG will rund 500 Millionen Euro in den Ausbau investieren. Anteilseigner sind die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Städte Leipzig, Halle und Dresden. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren.

«Die massiven Subventionen dienen in erster Linie dazu, Profite für DHL und deren Anteilseigner zu sichern, während sich der Flughafen selbst in öffentlicher Hand befindet und regelmäßig Defizite erwirtschaftet», kritisierte Bündnis-Sprecherin Freitag.