20-Jährige soll Mann aus drittem Stock gestoßen haben

Von dpa 03.06.2021, 14:17
Eine Bronzefigur der Justitia steht mit Waage und Schwert in den Händen auf einem Brunnen.
Eine Bronzefigur der Justitia steht mit Waage und Schwert in den Händen auf einem Brunnen. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin - Weil sie einen Mann mit einem Messer schwer verletzt und dann aus einem Fenster gestoßen haben soll, steht eine 20-Jährige seit Donnerstag vor dem Landgericht Berlin. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Die Frau soll im Januar in einem Wohnheim in Berlin-Weißensee auf den damals 22-Jährigen eingestochen und ihn dann gezwungen haben, im dritten Stock auf ein Fensterbrett zu steigen. Dort habe sie ihm einen Schlag versetzt. Der Mann kam nach dem Sturz mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus.

Vor der Tat sollen die beiden in dem Wohnheim gemeinsam Alkohol getrunken haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sagte die Angeklagte dann, sie frage sich, „wie viel Blut ein Mensch verlieren würde, wenn er fünf Messerstiche bekommen würde“. Dann habe sie auf ihren Bekannten eingestochen. Der Mann habe acht Stichverletzungen erlitten. Als er aus der Wohnung fliehen wollte, habe sie ihn ans Fenster gezerrt und angekündigt, er werde den Sturz nicht überleben.

Der 22-Jährige sei nur mit dem Leben davongekommen, weil Nachbarn Rettungskräfte verständigt hätteen, so die Anklage. Bei dem Sturz auf ein Vordach habe er zahlreiche Frakturen erlitten. Die Angeklagte habe seinen Tod zumindest billigend in Kauf genommen. Die Frau wurde am Tag nach der Tat festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Bei der Polizei soll sie die Vorwürfe bestritten haben. Nächster Verhandlungstag ist am 8. Juni. Dann will sich die Frau nach Angaben der Verteidigung auch äußern. Für den Prozess sind elf Verhandlungstage bis Anfang September vorgesehen.