600 Menschen in Wilhelmsburger Jobcenter geimpft

Von dpa 03.06.2021, 18:00
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Covid-19.
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Covid-19. Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Archivbild

Hamburg - 600 Menschen sind am Donnerstag im Jobcenter in Hamburg-Wilhelmsburg geimpft worden. Bei dem Pilotprojekt ging es laut Sozialbehörde darum, Menschen in prekären Lebenssituationen niederschwellig und ortsnah ein Impfangebot zu machen. Je nach Lebenslage sei das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, unterschiedlich groß, sagte Senatorin Melanie Leonhard (SPD). Während sich zu Beginn der Pandemie vor allem mobile, reisefreudige Menschen infiziert hätten, „waren es in den vergangenen Monaten oft Menschen, die durch ihren Job Kontakte nicht vermeiden können, oder durch wenig Platz in der eigenen Wohnung auch Ansteckungen im eigenen Umfeld nicht vermeiden konnten.“

Hinzu komme, dass Menschen mit geringerem Einkommen oft schlechtere Möglichkeiten zur Gesundheitsvorsorge hätten. „Deswegen nutzen wir den Weg, Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger über das Jobcenter gezielt ein Impfangebot zu machen.“ Die Resonanz sei groß gewesen: Die 600 verfügbaren Termine waren schon am Dienstag vergeben. Geimpft wurde von einem mobilen Team des Impfzentrums mit dem Mittel von Johnson & Johnson, das zwei Wochen nach nur einer Injektion schon den vollständigen Impfschutz bietet.

„Dieses Angebot wollen wir auch an anderen Standorten wiederholen, sobald uns der dafür nötige Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte Leonhard. Sie warnte aber davor, pauschal bestimmte Stadtteile als Corona-Schwerpunkte zu bezeichnen. „Wer von den Pandemie-Folgen besonders betroffen ist, hängt längst nicht in jedem Fall damit zusammen, wo er lebt. Wenn es so weit ist, dass wir an einen Punkt kommen, an dem wir auf die Pandemie zurückblicken und Lehren daraus ziehen, müssen wir hier sorgsam differenzieren.“