Angebote für Blinde in der großen „Lehmpfuhl“-Schau

Von dpa
Ein Bodenleitsystem ist in der Reithalle auf Schloss Gottorf angebracht.
Ein Bodenleitsystem ist in der Reithalle auf Schloss Gottorf angebracht. Frank Molter/dpa

Schleswig - Gemeinsam mit blinden und sehbehinderten Menschen sind Angebote für einen inklusiven Besuch der Ausstellung „Farbrausch“ des Berliner Künstlers Christopher Lehmpfuhl auf Schloss Gottorf entwickelt worden. Neben einem Leitsystem sollen mit einer Wegbeschreibung, Tastmodellen der Ölgemälde, einem Mitmach-Angebot und einer Audiodeskriptionen alle Besucher gleichermaßen erreicht werden, teilte die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf am Donnerstag mit. Die großformatigen, oft farbenprächtigen Werke Lehmpfuhls werden dadurch nicht nur mit den Augen, sondern vor allem auch den Händen erfahrbar gemacht.

Lehmpfuhl malt oft mit den Händen, schichtet Farbe großzügig auf die Leinwand. Daraus entstehen fast reliefartige Werke. Dadurch biete sich eine hervorragende Gelegenheit, erstmals und so umfassende Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen zu machen, teilte die Stiftung weiter mit.

„Wir halten es für ein Maßstab setzendes Projekt“, sagte Jürgen Trinkus vom Verein Andersicht. Normalerweise würden inklusive Angebote ohne die Betroffenen entwickelt und auch sehr kurzfristig. In diesem Fall hingegen wurde in einer Fokusgruppe seit Sommer 2020 geplant. Auch Lehmpfuhl selbst beteiligte sich an einigen der (digitalen) Treffen.