Angeklagte im Raser-Prozess: Kein verabredetes Wettrennen

Von dpa
Eine Figur der blinden Justitia.
Eine Figur der blinden Justitia. Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Dresden - Im Prozess um ein illegales Autorennen mit tödlichem Ausgang haben sich die beiden Angeklagten am Montag am Dresdner Landgericht zu den Vorwürfen geäußert. Die Fahrt „war der größte Fehler in meinem Leben“, sagte ein 24-Jähriger sichtlich ergriffen. Er übernehme dafür „die volle Verantwortung“. Es sei aber kein verabredetes Wettrennen gewesen, erklärte er. Er habe die Leistung des Autos testen wollen, sich dann an der Ampel vom Fahrer des anderen Wagens provoziert gefühlt, es ihm zeigen und „unter allen Umständen“ dranbleiben wollen. Auch der mutmaßliche Unfallfahrer bestritt eine Verabredung. Sie hätten sich kein Rennen geliefert, ließ der 32-Jährige seinen Verteidiger erklären.

Die aus Syrien stammenden Männer sind wegen illegalen Autorennens mit Todesfolge angeklagt. Bei dem Älteren geht es auch um fahrlässige Tötung, bei dem anderen um Gefahr für Leib und Leben. Sie sollen am 22. August 2020 mit überhöhter Geschwindigkeit Richtung Innenstadt gerast sein. Einer der Wagen erfasste einen Jungen, der die mehrspurige Straße auf dem Heimweg überquerte. Der Sechsjährige, auch ein Syrer, wurde gut 20 Meter durch die Luft gegen die Scheibe eines Wartehäuschens geschleudert, schwer verletzt und starb.