Angeklagte in Hess-Prozess zu Bewährungsstrafen verurteilt

Von dpa
Eine Figur der blinden Justitia.
Eine Figur der blinden Justitia. Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Mannheim - Weil sie die Bilanzen der ehemaligen Leuchtmittelfirma Hess AG um Millionenbeträge geschönt haben, sind zwei Ex-Vorstände des Unternehmens zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der Grund für die Taten sei der im Jahr 2012 bevorstehende Börsengang des Unternehmens gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Oliver Ratzel am Mittwoch bei seiner Urteilsbegründung.

Die Kammer verurteilte den ehemaligen Finanzvorstand des inzwischen insolventen Lichtspezialisten aus Villingen-Schwenningen zu einer Strafe von 17 Monaten auf Bewährung. Der ehemalige Geschäftsführer erhielt eine Bewährungsstrafe von neun Monaten. Die Richter sprachen die Ex-Vorstände wegen der unrichtigen Darstellung nach dem Handelsgesetzbuch, Verletzung der Buchführungspflicht, Untreue sowie Kapitalmarkt- und Kreditbetrugs schuldig.

In dem Wirtschaftsstrafverfahren hatten Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung in der Vergangenheit Gespräche über die Höhe des Strafmaßes geführt. Der Prozess hatte im Oktober 2020 begonnen. Wirtschaftskriminalität in Baden landet zentral am Landgericht Mannheim. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az: 25KLs 635 Js 1962/13).