Arbeitsbedingungen Krisenstab: Kalayci weist Kritik zurück

Von dpa
Eine FFP2-Maske liegt auf einem Tisch.
Eine FFP2-Maske liegt auf einem Tisch. Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Berlin - Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat Kritik an den Arbeitsbedingungen in ihrem Corona-Krisenstab zurückgewiesen. Die SPD-Politikerin räumte ein, dass es für ihre Mitarbeiter eine hohe Belastung und etliche Überstunden gegeben habe. „Es ist aber auch der Pandemie geschuldet, dass wir nicht sagen können, an Wochenenden wird das Krisenmanagement eingestellt“, sagte Kalayci am Montag in der ersten Sitzung des Gesundheitsausschusses im Abgeordnetenhaus nach der Sommerpause. „Das geht einfach nicht.“ Die Forderung, den Krisenstab aufzulösen, wies die Senatorin entschieden zurück.

Personalvertreter hatten Mitte Juli in einer Art Brandbrief Überlastung der Beschäftigten im Corona-Krisenstab der Gesundheitsverwaltung beklagt. Nach eineinhalb Jahren Arbeit sei dieser ausgelaugt und stecke selbst in der Krise, hieß es in dem Schreiben des Personalrats der Gesundheitsverwaltung und des Hauptpersonalrates des Landes. Die Mitarbeiter seien am Ende ihrer Kräfte, ihr Alltag von „Mehrarbeit, Überstunden, Rufbereitschaft, Dienst an Sonn- und Feiertagen, an Wochenenden und zu ungünstigen Zeiten“ bestimmt. Als Konsequenz schlugen die Personalvertreter vor, den Krisenstab aufzulösen.

„Das Bild, das gezeichnet worden ist durch dieses Schreiben, muss ich geraderücken“, sagte Kalayci. „Wir haben tolle Mitarbeiter im Krisenstab, die sehr engagiert arbeiten. Jedem einzelnen könne man nicht Dank genug dafür sagen“, betonte die Senatorin, an deren Führungsstil die Personalvertreter ebenfalls Kritik geübt hatten.

Wenn der Krisenstab sieben Tage die Woche arbeite heißt das laut Kalayci nicht, dass jeder Mitarbeiter sieben Tage arbeitet. Zusätzliche Arbeit im Krisenstab sei zwar nicht ausgeblieben: „In der Summe haben die Beschäftigten etwa 29 119 Überstunden aufgebaut. Zurzeit sind davon 12 007 Stunden noch nicht abgegolten.“ Die Zahlen zeigten aber, dass Überstunden durch Freizeitausgleich oder finanzielle Abgeltung abgebaut worden seien. Und es sei auch möglich gewesen, Urlaub zu nehmen.

„Die Erwartungshaltung, wir haben eine Krise zu bewältigen, aber die Verwaltung arbeite wie immer, kein Wochenende, keine Überstunden, das wird nicht gehen“, sagte Kalayci. „Und das ist auch unsere Pflicht als Verwaltung gegenüber den Berlinerinnen und Berlinern alles zu geben, organisatorisch, aber auch vom Engagement her.“