DDR-BürgerrechtlerAufarbeitung der SED-Diktatur: Ebert wird Beauftragter

Von dpa Aktualisiert: 25.01.2023, 22:03

Berlin - Der frühere DDR-Bürgerrechtler Frank Ebert soll neuer Berliner Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur werden. Der Senat schlug den 52-Jährigen am Dienstag für den Posten vor. Seine Wahl im Abgeordnetenhaus für eine fünfjährige Amtszeit ist nach Angaben eines Sprechers für den 9. Februar geplant. Zuvor soll sich Ebert in den Fraktionen vorstellen. Er würde im Falle seiner Wahl Tom Sello ablösen, der im November 2017 in das Amt gewählt wurde und inzwischen schon länger als fünf Jahre amtiert.

Aufgabe des Landesbeauftragten ist es, die politische und historische Aufarbeitung der SED-Diktatur in den Blick zu nehmen. Er berät zum Beispiel Menschen, die in der DDR politisches Unrecht erlitten haben, zu Fragen der Rehabilitierung und Entschädigung. Er kümmert sich auch um Bildungsarbeit und um bestimmte Fragen im Zusammenhang mit den Stasi-Akten. Der Landesbeauftragte hat ein Rederecht im Parlament.

Kandidat Ebert wurde laut Innenverwaltung am 18. März 1970 in Halle an der Saale geboren und wuchs ab 1981 in Ost-Berlin auf. Der gelernte Werkzeugmaschinenbauer verweigerte in der DDR den Wehrdienst und war ab 1988 in der Umwelt-Bibliothek und in deren illegaler Druckerei tätig. 1989 trug er unter anderem zur Aufdeckung der Fälschung der DDR-Kommunalwahlen bei. Derzeit ist Ebert für die Robert-Havemann-Gesellschaft in Berlin tätig.

2014 war er den Angaben zufolge wesentlich an der mit der Kulturprojekte Berlin GmbH realisierten „Lichtgrenze“ in Berlin zum 25. Jahrestag des Mauerfalls beteiligt. Dafür wurde Ebert 2015 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.