Aufarbeitungskommission im Bistum Erfurt startet nur langsam

Von dpa

Erfurt/Bonn (dpa/th) - Im Bistum Erfurt kommt die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch nur langsam in Gang. Rund ein Jahr nach einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Missbrauchsbeauftragten ist eine solche in Erfurt laut einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom Freitag noch „im Aufbau“. „In den meisten Diözesen“ gebe es inzwischen eine unabhängige Kommission - aber eben noch nicht in allen.

In 13 Diözesen ist die Einrichtung der Kommissionen demnach „weitestgehend oder gänzlich abgeschlossen“. Einzelne Bistümer hätten Sonderwege mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, vereinbart. Bislang sei nur in 10 von 27 Diözesen ein Betroffenenbeirat eingerichtet worden oder stehe kurz vor der Einrichtung. Fünf Bistümer wollen auf „alternative Formen der Betroffenenbeteiligung“ setzen.

Vor rund einem Jahr hatte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz sich auf eine „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ geeinigt und beschlossen, unabhängige Aufarbeitungskommissionen in allen 27 Bistümern einzusetzen. Rörig sprach damals von einer „historischen Entscheidung“.

Er geht davon aus, dass erst „bis zum Jahresende in allen Diözesen Kommissionen und Strukturen der Betroffenenbeteiligung eingerichtet sein werden“. Er sei aber zuversichtlich - „auch wenn es ein langer und nicht immer einfacher Weg war und ist“.