Ausstoß niedersächsischer Fabriken im Emissionshandel sinkt

Von dpa

Hannover - Die im europäischen Emissionshandelssystem erfassten niedersächsischen Fabriken und Anlagen haben im vergangenen Jahr knapp neun Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 2019. Wie aus einem aktuellen Bericht der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) hervorgeht, entspricht das einem Rückgang auf 23 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das sind rund 24 Prozent weniger als noch 2013.

Niedersachsen liegt damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 12 Prozent. Die stärksten Rückgänge im Vergleich zu 2019 gab es den Angaben zufolge in Hamburg mit 39 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit 26,6 und in Bremen mit 24,5 Prozent. Schlusslichter sind demnach Rheinland-Pfalz mit einem Anstieg um 1,9 Prozent und Berlin mit 4,0 Prozent mehr Emissionen.

Der Rückgang der Emissionen in Deutschland geht laut Umweltbundesamt maßgeblich auf Minderungen in der Energiewirtschaft zurück. Aufgrund der konjunkturellen Lage durch die Corona-Pandemie sanken aber auch die Emissionen der energieintensiven Industrie das zweite Mal im Verlauf der dritten Handelsperiode. Der Europäischen Emissionshandel ist in mehrjährigen Handelsperioden organisiert. Seit dem Start der aktuellen Handelsperiode, die den Zeitraum 2013 bis 2020 umfasst, sanken die Gesamtemissionen der rund 1820 erfassten deutschen Anlagen den Angaben zufolge um 33 Prozent.

Der Europäische Emissionshandel soll die Treibhausgase in der gesamten EU senken. Für jede Tonne CO2, die in die Atmosphäre gelangt, brauchen die Verursacher eine Berechtigung. Diese Zertifikate können gehandelt werden. Jährlich sinkt die erlaubte Gesamtmenge, so dass Zertifikate teurer werden. Je höher der Preis, desto eher lohnt sich der Umstieg auf Technik ohne CO2, also ohne Kohle, Öl oder Gas. Zuletzt waren die Preise gestiegen.