Backhaus fordert Schutz vor Afrikanischer Schweinepest

Von dpa 31.08.2021, 16:09
Ein polnischer Grenzpfeiler ist hinter einem Drahtzaun gegen die Afrikanische Schweinepest nahe dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße zu sehen.
Ein polnischer Grenzpfeiler ist hinter einem Drahtzaun gegen die Afrikanische Schweinepest nahe dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße zu sehen. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) fordert vom Bund mehr finanzielle Unterstützung bei der Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die über Osteuropa vordringende und in Brandenburg und Sachsen bereits aufgetretene Tierseuche habe das Potenzial, eine ganze Branche in die Knie zu zwingen und Milliardenschäden zu verursachen. „Wenn wir die ASP nicht in den Griff bekommen, wird es über kurz oder lang kaum noch Schweinehaltung in Deutschland geben“, warnte Backhaus am Dienstag in Schwerin. Am Mittwoch werden sich die Ressortchefs von Bund und Ländern bei einer Sonder-Agrarministerkonferenz per Video mit der Afrikanischen Schweinepest befassen.

Zwar stünden Themen wie die Corona-Pandemie oder die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands derzeit im Fokus, doch dürfe die ASP nicht vom Radar des Bundes verschwinden, mahnte Backhaus. Allein für Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 717.000 Hausschweinen in rund 2700 Betrieben sei bei einem großen Seuchenausbruch mit Schäden von fast einer Milliarde Euro pro Jahr zu rechnen. „Jeder Euro, den wir jetzt in die Eindämmung dieser Seuche investieren, wird sich tausendfach auszahlen“, zeigte sich Backhaus sicher. Mecklenburg-Vorpommern habe bislang rund 10 Millionen Euro für Präventivmaßnahmen ausgegeben, unter anderem für die Errichtung von Schutzzäune an der Grenze zu Polen. Mit Hilfe der Zäune soll das eindringen infizierter Wildschweine unterbunden werden.

Nach Zahlen des Friedrich-Löffler-Instituts wurden im ersten Halbjahr 2021 in Europa 9018 ASP-Fälle bei Wild- und Hausschweinen gemeldet, davon 1916 in Polen. In Deutschland sind etwa 1800 Fälle aus Sachsen und Brandenburg bestätigt. Laut Backhaus gibt es derzeit in Mecklenburg-Vorpommern keine Anhaltspunkte für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest. Nach ASP-Nachweisen im brandenburgischen Landkreis Uckermark sei die Seuche aber schon bis auf 28 Kilometer an die Landesgrenze herangerückt.