Bauboom in MV abgeflacht: Neue Hoffnung im April

Von dpa 08.07.2021, 13:03
Arbeiter stehen auf einer Baustelle eines Wohngebäudes.
Arbeiter stehen auf einer Baustelle eines Wohngebäudes. Soeren Stache/dpa-zentralbild/dpa/Symbolbild

Schwerin - Nach einem schwachen Start zu Jahresbeginn kommt die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern langsam wieder in Fahrt. Wie der Landesbauverband am Donnerstag in Schwerin mitteilte, lagen die Umsätze im April um etwa 5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Wohnungsbau verzeichnete dabei mit 17 Prozent den deutlichsten Zuwachs und auch der Öffentliche Bau legte im Vorjahresvergleich um knapp zehn Prozent zu.

Doch konnte der Anstieg die Umsatzrückgänge der Vormonate nicht wettmachen. So blieben die Gesamtumsätze der Baufirmen mit 20 und mehr Beschäftigten in den ersten vier Monaten mit 401,5 Millionen Euro um 18,5 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Wohnungsbau brach um mehr als ein Drittel ein, der Wirtschaftsbau um fast ein Fünftel.

Verbands-Hauptgeschäftsführer Jörg Schnell machte dafür mehrere Gründe aus. „Zum einen hatten wir in diesem Jahr verhältnismäßig viele Wintertage an denen nicht gearbeitet werden konnte, zum anderen halten sich alle Auftraggeber noch mit der Vorbereitung und Umsetzung von Bauinvestitionen zurück“, sagte er. Die Baustoffknappheit und die damit verbundene Erhöhung der Materialpreise habe sich ebenfalls negativ bemerkbar gemacht und wirke auch nach.

So seien im April 44,5 Prozent weniger Aufträge bei den Firmen eingegangen als im Vorjahresmonat. Das Auftragsminus im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2020 betrage gut 24 Prozent. Laut Schnell reduzierten Öffentliche Auftraggeber wie Bund, Land und Kommunen ihre neu vergebenen Aufträge um fast die Hälfte. Lichtblicke gebe es im Wirtschaftsbau mit 7 Prozent mehr Auftragseingängen.

Die lange Zeit sehr gute Auftragslage in der Baubranche hatte zu einer verstärkten Nachfrage nach Fachkräften und zu Neueinstellungen geführt. Laut Bauverband ging die Zahl der Beschäftigten gemessen am Vorjahr um etwa 5 Prozent auf 10.200 nach oben. Nicht mitgerechnet sind Beschäftigte in Baubetrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern.