Baustart für Mehrreligionengebäude House of One

Von dpa

Berlin - Eine Kirche, eine Moschee und eine Synagoge unter einem Dach - mit dem House of One bekommt Berlin ein gemeinsames Haus für die drei großen monotheistischen Religionen. Der Grundstein für das Gebäude am Petriplatz an der Leipziger Straße wird an diesem Donnerstag gelegt. Bei einer geplanten Bauzeit von vier Jahren entstehe so in Berlin-Mitte ein Ort zur Verständigung zwischen den Religionen, erklärten die Initiatoren am Mittwoch.

Das gegenseitige Vertrauen sei Grundlage für das Projekt, sagte der Pfarrer Georg Hoberg. „Wir bauen das Haus, um ein Zeichen zu setzen“, sagte der Rabbiner Andreas Nachama. Der Imam Kadir Sanci unterstrich, Differenzen zwischen den Religionen würden bei aller Gemeinsamkeit nicht ausgespart. Der muslimische Geistliche sprach von einem „Lob der Differenz“, in der sich auch die Vielfalt des House of One zeigen solle.

Zu dem feierlichen Baubeginn werden Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet.

Die Kosten für das Bet-und Lehrhaus liegen bei 47 Millionen Euro, davon trägt der Bund 20 Millionen Euro, weitere zehn Millionen das Land Berlin. Aus Spenden und Zuwendungen sei bereits ein großer Teil der Baukosten inzwischen abgedeckt. Die verbleibende Lücke von knapp acht Millionen Euro wird über weitere Spenden geschlossen.

Der 46 Meter hohe Sakralbau, für den rund 2,3 Millionen Ziegel gebrannt werden, entsteht nach Plänen des Berliner Architekturbüros Kuehn Malvezzi auf den Fundamenten der einstigen Petrikirche in der Nähe des Spittelmarktes. Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Gotteshaus wurde zu DDR-Zeiten abgerissen. Bis zum konkreten Beginn der Bauarbeiten im Herbst stehen an dem Ort noch weitere archäologische Arbeiten an. Auf dem ehemaligen Friedhof der Petrikirche hatten Archäologen bereits fast 4000 Skelette geborgen.