Betäubungsmittelhandel und Betrug: Haftstrafe gefordert

Von dpa 02.06.2021, 12:58 • Aktualisiert: 02.06.2021, 13:05
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Flensburg - Im Prozess um Handel mit Betäubungsmitteln und Abrechnungsbetrug gegen einen Arzt aus Husum hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht Flensburg am Mittwoch eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Anklagebehörde wirft dem Mediziner unter anderem vor, seinen Patienten die Ersatzdroge Methadon und andere Betäubungsmittel verkauft oder verschrieben zu haben, ohne dass eine entsprechende medizinische Indikation vorgelegen habe.

Zudem soll er Behandlungen abgerechnet haben, die gar nicht oder nicht in der abgerechneten Form stattfanden. Der Mediziner habe dadurch rund 741 000 Euro zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein erlangt, sagte der Staatsanwalt. Angeklagt war zunächst ein entstandener Schaden von 1,2 Millionen Euro.

2016 ist ein erster Prozess gegen den Mediziner und einen zunächst mitangeklagten Apotheker am Landgericht Flensburg geplatzt. Aufgrund der angenommenen Verfahrensverzögerung von mehr als vier Jahren sollten nach Ansicht der Staatsanwalts acht Monate der jetzt geforderten Strafe bereits als vollstreckt gelten.