Katastrophenschutz

Bevölkerungsschutz-Akademie soll nach Mecklenburg-Vorpommern

Von dpa

Berlin - Der geplante zweite Standort der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung soll in Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag erfuhr, soll das Schulungszentrum in einem noch zu errichtenden Neubau auf dem Dänholm, einer kleinen Insel zwischen Rügen und Stralsund, untergebracht werden.

Eine entsprechende Absichtserklärung wollen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Oberbürgermeister von Stralsund, Alexander Badrow (CDU), an diesem Mittwoch in Stralsund abgeben. Umgesetzt werden müsste das Vorhaben allerdings von der nächsten Bundesregierung, der Seehofer schon deshalb nicht mehr angehören wird, weil er sein Ausscheiden aus der aktiven Politik angekündigt hat.

Die Bundesakademie gehört zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und hat bislang nur einen Standort im rheinland-pfälzischen Ahrweiler. Dort schult das BBK Mitarbeiter aus Landratsämtern, Bürgermeister und andere Akteure des Katastrophenschutzes für ihre Aufgaben. Für die Warnung vor Katastrophen und für die praktische Katastrophenhilfe in Friedenszeiten tragen die Länder die Verantwortung. Wenn die eigenen Kräfte nicht ausreichen, können sie jedoch Unterstützung vom Bund erhalten, etwa von der Bundespolizei, von der Bundeswehr oder vom Technischen Hilfswerk (THW).

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands mit mehr als 180 Toten hatte Mitte Juli eine Diskussion über Defizite im Katastrophenschutz ausgelöst. Der Aufbau eines zweiten Standortes der Akademie im Osten Deutschlands war schon vor dem schweren Unwetter geplant gewesen. Seehofer treibt seit Beginn seiner Amtszeit als Innenminister die Ansiedlung von Bundesbehörden in strukturschwachen Regionen voran.

Nach dpa-Informationen sind am neuen Standort der Bundesakademie rund 100 Mitarbeiter vorgesehen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Nachfrage bestätigte, sehen die Pläne eine Kapazität von bis zu 10.000 Schulungsteilnehmern pro Jahr vor.