BUND fordert mehr Anstrengungen beim Gewässerschutz

Von dpa
Ein Springbrunnen plätschert in der Mitte eines Weihers.
Ein Springbrunnen plätschert in der Mitte eines Weihers. Andreas Arnold/dpa/Symbolbild

Schwerin - Die Umweltschutzorganisation BUND fordert mehr Tempo und mehr Geld beim Gewässerschutz in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir müssen jetzt handeln, denn wir befinden uns bereits mitten in einer Gewässer-Krise“, sagte Mareike Herrmann vom BUND-Landesverband am Mittwoch in Schwerin. Sie verwies auf die europäische Wasserrahmenrichtlinie von 2000, nach der spätestens bis 2027 alle Gewässer in einem „guten ökologischen Zustand“ sein sollen.

Aktuell erfüllten 90 Prozent der Fließgewässer, 70 Prozent der Seen, sämtliche Küstengewässer und etwa die Hälfte der Grundwasservorkommen in Mecklenburg-Vorpommern nicht diese Vorgabe. „Je länger wir warten, desto teurer wird künftiger Gewässerschutz“, warnte Herrmann.

Die bislang erzielten Fortschritte seien gering, weil erst wenige der dringend notwendigen Maßnahmen umgesetzt worden seien. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie habe die erforderlichen Ausgaben mit einer Milliarde Euro veranschlagt, doch seien erst knapp 140 Millionen Euro eingesetzt worden, kritisierte die BUND-Sprecherin.

Die Gesundung vieler Seen und Flüsse wie auch der Ostsee werde damit auf unbestimmte Zeit nach 2027 verschoben. Dies verstoße nicht nur gegen geltendes EU-Recht, es gefährde vor allem die Lebensgrundlage Wasser. „Die Herausforderungen wachsen mit der Klimakrise. In Dürrezeiten führen Flüsse und Seen weniger Wasser, damit steigt deren Schadstoffkonzentration und sinkt der Sauerstoffgehalt. Auch manche beliebte Nutzung wie die Freizeitschifffahrt wird zeitweise unmöglich, wie zuletzt 2019“, erklärte Herrmann.

Die Landwirtschaft versuche mit zunehmender Bewässerung den Folgen des Klimanwandels zu begegnen, greife dabei aber auch auf Grundwasser zurück, das schneller verbraucht werde, als es sich neu bilden könne. Herrmann forderte die Landesregierung auf, die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen für den Gewässerschutz zur Verfügung zu stellen und „schädliche Bewirtschaftungsmethoden“ auf den Agrarflächen zu unterbinden.

Hohe Nährstoffeinträge etwa durch Gülle und mineralische Dünger seien die Hauptquelle für schlechte Wasserqualität. „Wir haben es in der Hand, nachfolgenden Generationen kostbares Trinkwasser und intakte Ökosysteme zu vererben.“