Bund gibt keinen zusätzlichen Impfstoff für Jugendliche

Von dpa
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen.
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen. Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich enttäuscht gezeigt, dass vom Bund kein zusätzlicher Corona-Impfstoff für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren bereitgestellt wird. Am Donnerstag sei klargestellt worden, dass die Menge insgesamt nicht größer werde, sagte der SPD-Politiker nach dem sogenannten „Impfgipfel“ von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. „Deswegen gibt es diese Enttäuschung auf Länderseite. Die ist bei uns vorhanden und bei den anderen Ländern vorhanden“, sagte Weil. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich an diesem Freitag über eine entsprechende Zulassung für den bisher ab 16 Jahren zugelassenen Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden.

Niedersachsen hatte vor zwei Tagen ein Konzept zum möglichen flächendeckenden Impfen aller Schüler ab zwölf Jahren gegen Covid-19 vorgelegt. Mit Aktionen in Schulen, kommunalen Gebäuden oder in den Impfzentren könnten demnach alle rund 450 000 Schüler ein Angebot zur Immunisierung erhalten, sagte die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag. Die Impfaktion könnte noch vor den Sommerferien im Juli beginnen.

Ob es zu dieser Impfaktion für Schülerinnen und Schüler kommt, ist nach dem Bund-Länder-Gespräch jedoch unklar. Regierungschef Weil verwies darauf, dass die Warteliste von Impfwilligen in Niedersachsen lang sei und am 7. Juni die Priorisierung aufgehoben werde. Die Landesregierung habe nun zu beraten, wie junge Leute an Impfungen kommen können, wenn sie dazu berechtigt sein werden.