BUND reicht Beschwerde wegen Naturschutzmängeln ein

Von dpa 01.06.2021, 13:20 • Aktualisiert: 01.06.2021, 13:30

Schwerin - Die Umweltorganisation BUND hat Beschwerde bei der EU gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern eingereicht. Das Land komme seinen vertraglichen Verpflichtungen zum Schutz der Natur nicht nach, sagte die BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag am Dienstag in Schwerin. Die Beschwerde bezieht sich auf die Wismarbucht und das Salzhaff. Das Ökosystem dort sei stark gefährdet, obwohl das Areal als Natura-2000-Gebiet an die EU gemeldet worden und damit zu schützen sei.

Die Situation sei äußerst unbefriedigend: 25 Brutvogelarten in dem Gebiet befänden sich aktuell in der schlechtesten Erhaltungskategorie C, darunter Austernfischer, Brandgänse, Gänsesäger, Säbelschnäbler, Sandregenpfeifer, Rotschenkel und Zwergseeschwalben. Auch elf Rastvogelarten seien dieser Kategorie zugeordnet. Einen Grund dafür sieht der BUND in Störungen durch schnelle Wassersportarten wie Kite- und Windsurfen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern müsste Cwielag zufolge Naturschutzgebiete innerhalb des Natura-2000-Gebiets ausweisen und den Wassersport dort einschränken. Geplant sei hingegen, Surf- und Kitegebiete noch auszuweiten. Weitere schädliche Eingriffe in der Region seien die Ausbaggerung der Fahrrinne zum Wismarer Hafen, teils illegale Bauten in Ufernähe sowie Schadstoffeinträge aus der Landwirtschaft.

Die Europäische Kommission hat im Februar beim Europäischen Gerichtshof gegen Deutschland Klage eingereicht. Deutschland setzt laut Einschätzung der Europäischen Kommission die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie nur unzureichend um. Sie wirft Bund und Ländern vor, die Schutzgebiete unzureichend rechtlich zu sichern und keine ausreichend konkreten Schutzziele zu formulieren. Das Natura-2000-Netz umfasst die im Rahmen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Gebiete in der EU.