Bundestagswahl: Gesichter aus Brandenburg werden fehlen

25 Abgeordnete aus Brandenburg sitzen im Bundestag. Im September werden die Karten neu gemischt. Neben einigen neuen Gesichtern werden altbekannte fehlen. Eine Übersicht der „Aussteiger“.

Von dpa

Potsdam - Annalena Baerbock und Olaf Scholz, Saskia Ludwig und Linda Teuteberg: Vor der Bundestagswahl schauen viele vor allem auf Brandenburgs prominente Kandidatinnen und Kandidaten. Aber es gibt auch welche, die nicht mehr antreten werden. Wer kandidiert nicht mehr?

Ulrich Freese: Der gelernte Betriebsschlosser zog 2013 für die SPD in den Bundestag ein. In der aktuellen Legislaturperiode ist Freese im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Der 70-jährige Gewerkschafter wuchs in Nordrhein-Westfalen auf und arbeitete dort auch unter Tage. In einem Interview mit der „Lausitzer Rundschau“ bezeichnete sich Freese selbst als „Lobbyist für die Kohle“.

Martin Patzelt: Der 74-jährige Christdemokrat war bereits Rentner, als er 2013 in den Bundestag eintrat. Der ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) ist in den Ausschüssen für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie für Menschenrechte und humanitäre Hilfe vertreten. Der fünffache Vater hat Vorstandsposten in einigen Hilfsorganisationen inne. Aufmerksamkeit erntete Patzelt 2016, als er zwei Geflüchtete aus Eritrea in seinem Haus aufnahm.

Roman Reusch: Der 67 Jahre alte AfD-Politiker war Leitender Oberstaatsanwalt in Berlin und ist Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Er musste seinen Posten als Chef der Intensivtäterabteilung bei der Staatsanwaltschaft 2008 räumen, weil er mit kritischen Äußerungen zu jungen Intensivtätern wiederholt für Wirbel gesorgt hatte. Reusch war zuletzt maßgeblich an der Klage der AfD gegen die Einstufung der Partei als rechtsextremistischen Verdachtsfall beteiligt.

Klaus-Peter Schulze: Der Christdemokrat zog über ein Direktmandat im Wahlkreis Cottbus - Spree-Neiße 2013 in den Bundestag. Seinen Platz dort konnte er auch bei der vergangenen Wahl halten. Der ehemalige Bürgermeister von Spremberg und Lehrer für Biologie und Chemie ist Mitglied in den Ausschüssen für Tourismus sowie für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Der 67-Jährige setzt sich für die Kohleregion ein. Für Greenpeace ist er einer der „31 schlimmsten Klimabremser der Großen Koalition“.

Kirsten Tackmann: Die 60-Jährige, deren wichtigstes politisches Anliegen nach eigenen Worten „ein selbstbestimmtes Leben in den Dörfern und kleinen Städten zu ermöglichen“ ist, verlässt für die Linke den Bundestag. Die promovierte Tierärztin, die mit ihrer Familie in Tornow im Norden Brandenburgs lebt, ist seit 2005 im Bundestag. Die Mutter zweier Kinder ist seit ihrem Einzug agrarpolitische Sprecherin für die Bundestagsfraktion.

Dagmar Ziegler: Die Vizepräsidentin des Bundestags verlässt das Parlament nach Angaben der Brandenburger SPD aus Altersgründen. Die 60-jährige Diplomfinanzökonomin startete bei der Staatsbank in Leipzig ins Berufsleben, bevor sie nach der Wende in die Politik wechselte. Unter den ehemaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzeck war die gebürtige Leipzigerin Finanzministerin in Brandenburg, später Familienministerin. Seit 2013 bis zu ihrer Ernennung als Vizepräsidentin im November 2020 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion.