CDU: Kritik an Bildungspolitik des Regierungspartners SPD

Von dpa
Michael Sack, der CDU-Spitzenkandidat, schaut in die Runde.
Michael Sack, der CDU-Spitzenkandidat, schaut in die Runde. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Rostock - Die Regierungspartei CDU setzt ihre Angriffe gegen das SPD-geführte Bildungsministerium fort. Am Mittwoch kritisierte der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Greifswalds Landrat Michael Sack, die Berufsvorbereitung und -orientierung an den Schulen. Beim Gewinnen des Berufsnachwuchses klappe das Engagement der Unternehmen und Handwerksbetriebe vor Ort gut, die Unterstützung aus Schwerin sei aber ausbaufähig. „Dass ein beträchtlicher Teil der Ausbildungsstellen auch für das kommende Lehrjahr noch unbesetzt sein wird, führe ich auch auf ein Zuständigkeitsknäuel zurück, das leicht zu entwirren wäre“, erklärte Sack nach einem Treffen mit der Spitze der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Als Beispiel für vermeidbare Reibungsverluste führte Sack das Azubi-Ticket an. Die Zuständigkeit für dessen Einführung habe mehrfach gewechselt, ehe sie beim Energieministerium gelandet sei. „Insofern verwundert es nicht, dass die Abrufzahlen besser sein könnten“, so Sack. Zudem beklagte er, dass zwar die Hochschulen im Land eine eigene Staatssekretärin im Bildungsministerium hätten, die Zuständigkeit für die Berufliche Bildung aber auf mehrere Ministerien und Referatsebenen verteilt sei. „In der kommenden Legislaturperiode muss die Zuständigkeit gebündelt und aufgewertet werden“, forderte Sack.

Auch Kammer-Präsident Axel Hochschild bemängelte eine „organisatorisch unbefriedigend aufgestellte berufliche Bildung“, benannte aber auch ein weiteres Problemfeld. Seit Jahren kämpfe das Handwerk gegen eine regelrechte Dokumentations- und Statistikwut des Landes. „Wir brauchen das glatte Gegenteil, nämlich den Willen zu Entbürokratisierung und zu einfacher Anwendbarkeit von Regeln sowie zur Vereinfachung von Förderinstrumenten“, erklärte Hochschild laut Mitteilung.

Der neue Landtag in Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September gewählt - parallel zur Bundestagswahl.