BibliothekenCorona-Jahre lassen Leihen einbrechen

Während der Corona-Pandemie liehen sich deutlich weniger Menschen Bücher aus. Kommen nun wieder bessere Zeiten auf die Bibliotheken zu?

Von dpa Aktualisiert: 24.01.2023, 23:07
Bücher stehen in einer Stadtbibliothek in Boxen auf einem Tisch.
Bücher stehen in einer Stadtbibliothek in Boxen auf einem Tisch. Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Halle - Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben in den vergangenen Corona-Jahren deutlich seltener Bücher in öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen. 2021 lieh im Schnitt jeder Bürger 1,9 Bücher in einer öffentlichen Bibliothek aus, wie aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Bundesweit waren es im Schnitt 2,4 entliehene Bücher. Auch im Corona-Jahr 2020 lag der Wert bei 1,9. In den Jahren vor der Pandemie von 2017 bis 2019 wurden pro Bürger rund 2,6 Bücher ausgeliehen.

Bei wissenschaftlichen Bibliotheken lag Sachsen-Anhalt 2021 mit 0,2 Büchern pro Einwohner unter dem Bundesschnitt von 0,6 entliehenen Büchern.

Zuletzt verzeichneten die Bibliotheken in Deutschland wieder verstärkten Zulauf an Besuchern. Ob die gestiegene Nachfrage im Winter mit den erhöhten Energiepreisen zu tun hat, und die Menschen zum Aufwärmen kommen, sei allerdings nicht klar, sagte Frauke Untiedt, Vorstandsmitglied des Deutschen Bibliotheksverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. Nun sei die Zeit der Beschränkungen vorbei, dementsprechend kämen die Menschen zurück. „Ob sie jetzt zu uns kommen, weil wir es etwas warm haben oder weil sie grundsätzlich zu uns zurück möchten, können wir nicht unterscheiden“, sagte Untiedt.

Das Winterhalbjahr sei zudem - mit Ausnahme der Corona-Jahre - schon immer eine sehr stark nachgefragte Zeit gewesen. In der dunklen Jahreszeit seien Bibliotheken für viele Menschen wichtige Anlaufpunkte, etwa für Familien. „Mit einem einjährigen und einem dreijährigen Kind ist das Winterhalbjahr einfach undankbar, weil Spielplätze nur noch eingeschränkt nutzbar sind.“ Viele Menschen kämen auch, weil sie „gemeinsam einsam sein wollen“, sagte Untiedt. Daher begrüße sie es, dass einige Bibliotheken, etwa in Berlin, ihre Öffnungszeiten verlängert hätten.