Debatte um Ost-Quote für Bundesminister

Von dpa 12.07.2021, 17:06
Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung.
Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung. Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schwerin - Die Nordost-Linke hat mit Erstaunen auf die Forderung des Ostbeauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), nach einer Ost-Quote für Bundesminister reagiert. „Immer wenn die Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern mehr Ostdeutsche in Führungspositionen gefordert hat, gab es eine Welle der Entrüstung. Die CDU-Fraktion fand solche Debatten albern, die Landesregierung lehnte eine Ost-Quote ab“, konstatierte der Linke-Landtagsabgeordnete Peter Ritter am Montag in Schwerin. Bleibe die Frage, ob es sich nun um einen Sinneswandel in der Union oder um eine Einzelmeinung handele. „Sollte letzteres der Fall sein, muss sich niemand wundern, wenn die ebenso von Wanderwitz beklagte Politikskepsis der Ostdeutschen weiterwächst“, mahnte Ritter.

Wanderwitz hatte am Wochenende für den Fall eines Siegs der Union bei der Bundestagswahl im September gefordert, dass die CDU mindestens eine Person aus den neuen Ländern für ein Ministeramt nominiert. Auch insgesamt müsse die Präsenz Ostdeutscher in Führungspositionen weiter erhöht werden. Aktuell sind neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) keine Ostdeutschen mehr im Bundeskabinett vertreten. Die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) aus Berlin hatte im Mai nach Diskussionen über ihre Doktorarbeit ihr Amt aufgegeben.