Deutschlandtreffen der Schlesier wird digital organisiert

Von dpa

Hannover - Das traditionelle Deutschlandtreffen der Landsmannschaft Schlesien wird an diesem Samstag von Hannover aus coronabedingt digital organisiert. Alle zwei Jahre kamen sonst Tausende Menschen zu dem Vertriebenentreffen in die Landeshauptstadt, bei dem neben deutsch-polnischen Aktivitäten die Traditionspflege mit Kultur- und Musikaufführungen großen Raum einnimmt.

Hauptthema ist dieses Mal eine Diskussionsrunde, in der sich der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Stephan Rauhut, zum Thema „Schlesien verbindet - eine Region im Herzen Europas“ äußert. Wie die Landsmannschaft ankündigte, hält Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Festansprache, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der selber oberschlesische Wurzeln hat, sowie Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) richten sich mit einem Video-Grußwort an die digitalen Besucher des Treffens.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten rund 700.000 aus Schlesien vertriebene Deutsche in Niedersachsen eine neue Heimat gefunden - mehr als in allen anderen Regionen der Bundesrepublik. Niedersachsen wurde daher bereits kurz nach dem Krieg das Patenland der Landsmannschaft der Schlesier. Zahlreiche Niedersachsen haben auch heute noch schlesische Wurzeln.

Nachdem es bei dem Vertriebenenverband früher immer wieder Ärger wegen antipolnischer Töne gegeben hatte, geht es dem Verband heutzutage um konkrete Verbesserungen für die schlesische Region. Dabei geht es um deutschsprachige Kindergärten und Schulen und eine Verbesserung der Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Polen.